Äusserst überrascht hat nicht nur mich die aktuelle Waffenstatistik für Münster.

Der behördlichen Meldung ans Waffenregister nach, sind in Münster bei der Polizei rund 14.316 Waffen registriert.
Bei weitem noch keine amerikanischen Verhältnisse, aber dennoch ein unverschämt hoher Anteil an Waffen, der die Frage aufkommen lässt, ob wir in unseren Gefilden eine Kleinarmee beherbergen.

Das Ganze verteilt sich je nach Nutzen auf verschiedene Gruppen.
Von der Gesamtzahl der Waffen entfallen 10.387 Waffen auf  1967 Jagdscheininhaber (5,28 Waffen/Jäger)
und rund 1.159 Waffen auf 279 Sportschützen (4,15 Waffen/Schütze).
Der Rest , immerhin noch 2770 Waffen, sind aus anderen Gründen in Privatbesitz.

Münster als Garnisonsstadt war schon immer mit militärischer Bedeutung belegt, aber in heutigen Zeiten muss man sich fragen, ob eine solch hohe  Waffenverteilung in der Bevölkerung noch zeitgemäß ist.
Jäger sind wichtig, keine Frage, aber sollte die Anzahl der Jäger nicht stärker reglementiert und Ihr Einsatz im Stadtgebiet optimiert werden?
Schützenvereine mit Ihrer historischen Vergangenheit passen kaum noch ins zeitgemässe Bild. Bewahrung von Traditionen kann man für gut heissen, aber muss das mit scharfer Munition auf Schützenfesten unter gleichzeitigem frönen von Alkohol erfolgen?

Zum Vergleich:
Die Deutsche Bundeswehr hat derzeit eine militärische Stärke von 191.838 Soldaten.
Nur 0,55 Mal so viel, wie die 351.832 Jagdscheininhaber, die wir in der in der Bundesrepublik haben.
Hinzu kommen noch die Sportschützen und sonstige Waffenbesitzer.

Ziemlich schief hängendes Verhältnis, dass zur Diskussion anregen sollte,
denn knapp 15.000 Waffen brauchen wir hier ganz sicher nicht in der Friedensstadt Münster.

Kommentare
  1. Bastian sagt:

    Münster hat 296.440 Einwohner (lt. HP Stadt Münster). Wenn ich davon die 1967 Jagdscheininhaber und die 297 Sportschützen abziehe, bleiben 294.194 übrig.

    Selbst wenn man davon ausgeht, dass kein Mensch zwei der übrigen 2770 Waffen besitzt, wären es nicht mal 1 % (0,94 %) der Bevölkerung, die eine Waffe besitzen!

    Daraus so einen angsterfüllten Artikel zu machen, finde ich reichtlich übertrieben! Dass in einer Stadt mit viel Grün und Wald drumherum viele Jagdwaffen angemeldet sind, ist ja wohl alles andere als überraschend!

    • Monasterium sagt:

      Ist natürlich vermessen ~50.000 Säuglinge, Kinder und Minderjährige und auch fast 40.000 Senioren da mit reinzurechnen.
      Es gibt imho keine Rechtfertigung für Waffen in ziviler Hand.
      Und solche Missstände in unseren städtischen Wäldern herrschen wohl auch nicht, dass das Amt für Grünflächen und Umweltschutz dem nicht Herr würde.
      Eine halbe Million Füchse werden beispielsweise im Jahr in Deutschland erlegt. Hauptsächlich aus der Freude an der Fuchsjagd. Das rechtfertigt für mich keinen Waffenbesitz.

  2. Eine gewisse Tendenz kann man diesem Artikel nicht abstreiten. Hier werden die Worte Waffe, Soldaten und Armee verwendet. Wenn man das so sehen will, dann hat der Artikel sicher Recht: wozu brauchten Privatleute so viele Waffen wie eine Armee von Soldaten. Dies ist natürlich eine Sichtweise von Leuten, die sich nicht auskennen und vermutlich (außer beim Bund) nie einen Schießstand betreten haben.

    Man kann das Thema aber auch anders angehen, nämlich aus der Sicht eines Sportschützen. Wir bezeichnen die Dinge, um die es hier geht, als Sportgeräte. Uffff. Das bringt einige sicher erst einmal außer Atem. Es ist aber trotzdem so. Wir üben einen Konzentrationssport bei voller körperlicher Kontrolle aus. Unsere Aufgabe ist es möglichst mitten ins Ziel zu treffen. Es werden Punkte gezählt, nicht Leichen. Das es dabei unter Umständen knallt und raucht ist Nebensache. So sehen das zumindest 99,9% der Sportschützen die eine Feuerwaffe besitzen (also eine mit Pulver). Ansonsten wären die Leute nie in den Besitz einer Berechtigung (Waffenbesitzkarte) gekommen. In den Vereinen herrscht eine ziemliche strenge Selbstkontrolle und wer da von Wumme, Ballern etc. redet, der kann seine Befürwortung durch den Verein sofort vergessen. Zudem ist jeder Waffenbesitzer auch von der Polizeibehörde gecheckt worden.

    Kommen wir nun zur angeblichen Masse an Sportgeräten. Nicht zu vergessen sind die unterschiedlichen Disziplinen im Sportschießen. Ich schieße allein zwei Disziplinen mit der Kleinkaliber Pistole und eine Disziplin mit der 9mm Großkaliber Pistole. Das muss man sich wie beim Radfahren vorstellen: Bahnfahren, Straße, Cross, Downhill, …. alles benötigt eine eigene Waffe bzw. ein eigens Rad. Und wenn der Radsportler auch noch Gefallen am Skaten findet…. dann ist das wie ein Pistolenschütze, der auch noch Gewehr Disziplinen schießt. Dann kommt halt einiges zusammen. Die Menge liegt also nicht an so etwas wie “ich will viele Waffen haben”, sondern an “ich brauche für jede Disziplin ein passendes Sportgerät”.

    Für uns und Euch ist ein Dartpfeil ja auch ein Sportgerät und keine Augen ausstechende Waffe.
    Wir betrachten eine streunende Hauskatze ja auch nicht sofort als Singvögel mordendes Untier.
    Und Speerwerfen…. und und und

    Ich lade hiemit alle Sportwaffen Kritiker in Münster dazu ein, uns auf dem Schießstand zu besuchen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

    Und nicht vergessen: Sportschießen ist eine Olympische Disziplin!

    ABC Münster e.V., Steinfurter Str. 104
    Schießhalle ist hinter der Gaststätte Tennessee Mountain.
    Montags und Donnerstags ab 19:00 Uhr ist dort Pistolen Training.
    Sprecht mich an: Christoph Meyer

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