Mit ‘Liegenschaften’ getaggte Artikel

Münster verändert sich derzeit rasend schnell.
Ein aktueller und sehr großer Punkt dieser Veränderung ist der Abzug der britischen Streitkräfte.

Ursprünglich davon ausgehend, dass die Kasernen der Briten erst in der zweiten Hälfte des 2010er Jahrzehnts geräumt werden, überraschte im vergangenen Jahr dann doch die Meldung des vollständigen Abzugs der Truppen aus der Gremmendorfer York-Kaserne bis Ende 2012 und der Gievenbecker Oxford-Kaserne bis Ende 2013.

Konversion

Die Kasernengelände und die darauf befindlichen Gebäude werden nach dem Abzug an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BImA zurückgegeben, also an den Bund.
Ebenso ca. 810 Wohnungen an 18 Standorten im Stadtgebiet, die bislang von britischen Soldaten genutzt wurden.

All diese ehemaligen militärischen Liegenschaften sollen nun im Rahmen einer Konversion, also einer Nutzungsänderung von Flächen und Gebäuden, wieder ins Stadtgebiet integriert werden.
Gleichwenn die BImA Eigner ist, will sie die Planungshoheit der Stadt nicht abweisen.
Gemeinsam und unter starker Bürgerbeteiligung hat nun ein Planungsprozess um die Konversion des Gremmendorfer York-Kasernengeländes begonnen.

Am 17. April 2012 fanden sich ca. 300 Interessierte in den Räumen der Westfalenfleiß GmbH ein, um bei der Informationsveranstaltung vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung der Stadt Münster die aktuelle Situation erläutert zu bekommen.

Rückblick

In einem kurzen Rückblick wurde die Historie der Stadt Münster als Garnisonsststadt seit 1934 erläutert.
Viele der alten militärischen Flächen sind heute bereits in Wohn- und oder Gewerbefläche umgenutzt.
Ein Großteil davon in den letzten 15 Jahren

Beispiele:

1997 – Lincoln-Kaserne, Grevener Straße, 7 Hektar -> Lincoln-Wohnquartier
1998 – Portsmouth-Kaserne, An der Meerwiese,  15 Hektar -> Wohnquartier Meerwiese
1998 – Von-Einem-Kaserne, Steinfurter Straße, 8 Hektar -> Leonardocampus Universitätsgelände
1998 – Buller-, Swinton-, Waterloo-Kaserne, Loddenheide, 88 Hektar ->  Loddenheide-Gewerbepark
2000 – Hindenburg-Kaserne, Freiburger Weg, 2,7 Hektar -> Autofreie Wohnsiedlung Weißenburg
2000 – Winterbourne-Kaserne, Holtmannsweg, 17 Hektar -> Gewerbegebiet Speicherstadt
2007 – Portsmouth-Kaserne Sportplatz,  Hoher Heckenweg, 3,6 Hektar ->Wohnsiedlung Hoher Heckenweg
2007 – Nelson-Kaserne, Gasselstiege, 8 Hektar -> Solarsiedlung Gasselstiege

Nun kommen drei Flächen, die fast so groß sind wie die münstersche Altstadt (119 Hektar), in den kommenden Jahren hinzu.
~2013 – York-Kaserne, Albersloher Weg, 50 Hektar
~2013 – 810 Wohnstandorte im gesamten Stadtgebiet, 38 Hektar
~2014 – Oxford-Kaserne, Roxeler Straße, 27 Hektar

Gremmendorf 

Da von diesen Flächen der Gremmendorfer Standort als erstes frei wird, konzentriert sich die Anstrengung  als erstes auf die Umplanung des Geländes der York-Kaserne.

Zusammenfassung
- 1935-1937 als deutsche Luftnachrichten-Kaserne gebaut
- 1947-1948 nach dem Krieg von der britischen Rheinarmee übernommen
-  Ende 2012 Rückgabe an den Bund

Auf der Infoveranstaltung wurde klar, dass bei einer ersten Besichtigung des Geländes von der Stadt Münster vor drei Wochen, die Gebäudesubstanz der 79 dortigen Gebäude im dunkeln blieb.
Das Gelände weißt die Besonderheiten eines 1,8 Hektar großen Exerzierplatzes und vieler Grünflächen auf, wobei die größten Grünflächen im Süden und Westes des Areals rund 15 Hektar umfassen.

Da die Briten das Abzugskonzept frühestens ab September oder Oktober 2012 bekannt geben können, wird eine Begutachtung und Bewertung der Gebäude auch nicht vorher möglich sein.
Ähnlich ist es bei den zahlreichen Wohngebäuden im Stadtgebiet, wobei auf den Stadtteil Gremmendorf rund sieben Standorte mit ungefähr 400 Wohnungen entfallen.

Viele Bürgeranfragen mit Kauf- oder Mietabsichten für die Wohnstandorte werden also voraussichtlich in diesem Jahr keine verbindliche Auskunft hierzu erhalten.
Ähnlich war es bei Anfragen zum Verkehrskonzept bei dem ein ebenso hohen Interesse herrschte.

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Verkehrsplanung und “neue Mitte Gremmendorf”

Die Fakten die benannt wurden, weisen schon jetzt auf ein hohes Verkehrsaufkommen auf dem Albersloher Weg hin.

Rund 25.000 Fahrzeuge passieren bereits jetzt tagtäglich den Bereich an der Kreuzung Albersloher Weg / Gremmendorfer Weg und 20.000 Fahrzeuge den Bereich der jetzigen Kaserne.
Berechtigte Sorge der anwesenden Bürger in Bezug auf Verkehrssituation und Lärmbelästigung bei einer kommenden Nachverdichtung des Wohnraums machten sich breit.

Ein weiterer Interessenbrennpunkt bei den Bürgern war die Verknüpfung zwischen dem altem Stadtzentrums Gremmendorf auf der Ostseite des Albersloher Wegs und der “neuen Mitte Gremmendorf”, so die Bezeichnung der Stadtplaner für das Gebiet westlich des Albersloher Wegs.

So sahen auch die anwesenden Vertreter der Stadt und des Stadtplanungsamtes nicht nur in der Verkehrsplanung, sondern auch in der Planung des Übergangs über den Albersloher Weg zwischen den beiden Zentren einen Schlüsselpunkt, den es gemeinsam mit den Bürgern zu bewältigen gilt.

Vorschläge nach einem Tunnel oder einer Brücke wurden vom Publikum zwar sehr begrüsst, bringen den Stadtentwicklern aber Runzeln auf die Stirn.

Der von vielen befürchtete Engpass des derzeit zweispurigen Albersloher Weges ab der Westfalen Tankstelle in südlicher Richtung konnte allerdings mit Absichten eines voraussichtlichen dreispurigen Ausbaus in je eine Fahrrichtungsspur, plus eine Abbiegespur in der Mitte, beantwortet werden.

Viele Fragen der anwesenden Bürger konnten nicht beantwortet werden. Immerhin war dies nur eine Informations und Diskussionsveranstaltung.
Es wurde aber deutlich gemacht, dass die Bürgerbeteiligung ein sehr hohes Gut bei der Konversion in Gremmendorf spielt.
In den kommenden Wochen soll die Internetplattform http://www.konversion-muenster.de online gehen, die den Bürgern ebenso eine Anlaufstelle zur Beteiligung, als auch eine Informations- und Neuigkeitenquelle sein soll.
Derzeit verlinkt sie noch zur BImA.

Zukunft 

In naher Zukunft werden weitere Informations- und Beteiligungstermine zur Konversion in Gremmendorf bekannt gegeben.

Der ganz grobe weitere Ablauf sieht folgende Meilensteine vor

- Ende 2012 – Erarbeitung räumliches Strukturkonzept
- 2013 – Räumliche Konzeptplanung
- 2014 – Bauplanung / Vermarktung
- 2-2,5 Jahre Planungszeit
- 2016 Umsetzung

Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden :)

Der Titel passt für Münster wirklich. Garnisonsstadt.

Die Definition von Garnisonsstadt lautet:
Zitat
“Der Ort, an dem eine (Besatzungs)Truppe (im Frieden) stationiert ist.”
Zitat Ende

Bei meinen Recherchen für das Münster-Tagebuch stieß ich auf Informationen,
dass alleine zwischen 1992 und 1995 ganze elf militärische Liegenschaften in Münster geschlossen wurden.

Dazu gehören Depots und Kasernen von Bundeswehr, Nato und hauptsächlich den Streitkräften der britischen Rheinarmee.

Wenn man jetzt noch bedenkt, wieviele Standorte aktuell immer noch in Münster und Umgebung vorhanden sind und betrieben werden, kann man in der Tat von einer Garnisonsstadt sprechen – allerdings im Umbruch, wie ich finde.

Mit einer Garnisonsstadt verbunden sind auch all die vielen Angehörigen der Streitkräfte und deren Familien – die jetzt nicht mehr da sind oder in zukunft gehen müssen.

Im Gespräch sind aktuell weitere Schliessungen britischer Standorte in Gremmendorf und Gievenbeck/Roxel in den kommenden Jahren. Die Geschichte wiederholt sich hier also einmal mehr.

Nur ist meine Meinung, dass es zwar für die Wirtschaft in den betreffenden Regionen Münster ein schlechtes Signal ist, wenn soviele Soldaten und somit Kaufkraft und Konsumenten aus Münster abgezogen werden, aber in der Vergangenheit gab es diesen Fall schon in weitaus größerer Dimension.
Und siehe da, Münster gibt es immer noch.’

Es findet eine Konversion statt, von der Garnissonstadt in….na in was wandelt sich Münster denn eigentlich?

Ideen, Vorschläge? Erkenntnisse?