Mit ‘direktzu’ getaggte Artikel

Auch wenn die Stadt Münster sich derzeit mit einer neuen Broschüre zur Bürgerbeteiligung brüstet, so sind in Wirklichkeit so manche Türen eher geschlossen als geöffnet worden, durch die Bürger gehen konnten, um sich zu engagieren.

Der Bürgerhaushalt, prominentestes Beispiel, wird fortan nur noch alle zwei Jahre durchgeführt und sorgte auch 2012 durch die hohe Anzahl an abgelehnten Vorschlägen für Verdruss in der Bürgerschaft.
Ulrich Klose hat es auf seiner Webseite sehr schön aufgedröselt: Ganze 58% der  Top 50 Vorschläge blieb der Weg in die Durchsetzung verwehrt, weil sie von der Politik abgelehnt wurden.
Ein weiterer hoher Anteil sei schon in Umsetzung, was sich bei den meisten Vorschlägen aber darauf begrenzte, in irgendeinen Planungsprozess für den Sankt Nimmerleinstag aufgenommen zu werden.

Kein direktzu® Markus Lewe mehr

Klangheimlich endete das Projekt der direktzu® Plattform des Oberbürgermeisters.
Gut zweieinhalb Jahre gab der Oberbürgermeister den Bürgern die Chance Fragen an Ihn über diese Plattform zu stellen und durch eine Bewertung gewichten zu lassen um letztendlich zur Beantwortung durchgelassen zu werden.
Auch wir haben diese Möglichkeit mehrmals genutzt und fanden die Abstimmungsmöglichkeit als gute Möglichkeit Spreu vom Weizen bei den gestellten Fragen trennen zu können.

Projekt eingestellt

Nun wurde das Projekt ohne weitere Nachricht beendet. Die beantworteten Fragen bleiben zur Einsicht online.
Für weitere Kommunikationsmöglichkeiten wird auf  ”Online Kommunikationskanäle und E-Government-Dienste” verwiesen.
Wir wandten uns über den ominösen “Online Kommunikationskanal an das Büro des Oberbürgermeisters”, und wollten Wissen weshalb das Projekt nicht weitergeführt wird,
erhielten aber weder eine Eingangsbestätigung unserer Nachricht, noch bis heute eine Antwort.
Das klappt also schon mal nicht.
Kein Wort dazu vom Oberbürgermeister, keine Stellungnahme vom Projektbetreiber direktzu®.
Auch hier ist man uns eine Antwort auf unsere Anfrage schuldig.

Kein Einzelfall

Egal ob man sich als Münsteraner Bürger per Mail an Planungsamt, Tiefbauamt, Umweltamt oder sonstige Dienststelle wendet, eine Antwort lässt meist auf sich warten.
Die städtischen Ämter fühlen sich nicht verpflichtet eine Rückmeldung abzugeben, fühlen sich vielleicht sogar vom Informationsbedarf der Bürger gestört.
Sehr schlechte Vorzeichen, wenn man sich als Stadt mit Bürgerbeteiligung und dem Draht zur Bürgerschaft brüstet.

Nix Neues

Was bleibt ist nichts, was es nicht vorher schon gegeben hätte.
Bürgerentscheide, Bürgerbeteiligung nach Gemeindeordnung NRW, Informationsmöglichkeit zur Einsicht in städtische Bauplanungsvorhaben, Einspruchs- und Beschwerderechte, der Weg über Bezirksvertretungen und Parteien.
Sie sind aber allesamt mit einem Ritt durch den Fristen- & Paragraphendschungel einhergehend und bei weitem nicht für jeden Einwohner leicht verständlich.
Das Ratsinformationssystem ist immer noch unübersichtlich und verwirrend, beim Amtsblatt sieht es nicht anders aus.
Zumal beim letzteren die digitale Verteilung noch nie 100% funktioniert hat.
Diese wichtigen Informationssysteme der Stadt sind voll von Paragraphen, Aktenzeichen, Behördendeutsch und Abkürzungen, dass es selbst dem engagiertesten Bürger die Lust verdirbt sich hier durchzuwühlen.

Es entsteht der Eindruck, dass der Begriff Bürgerbeteiligung oft nur für selbstdarstellerisches herhält um den Eindruck zu erwecken man bezöge den Bürger in die städtehoheitlichen Aufgaben mit ein.
Dass dem leider nicht so ist, sieht am am besten am Planungsvorhaben rund um das Hafencenter Münster.
Hier wurden Bürger einbezogen und angehört um letzten Endes doch die Basta!-Politik durchzuziehen, die das Projekt so umgesetzt sehen will wie es den Projektleitern und Architekten gefällt, nicht aber den Anwohnern.
Es gab große Kritik.

Richtige Bürgerbeteiligung sieht anders aus

Die Bürgerinnen und Bürger, die sich beteiligen, Ihre Köpfe über Umsetzungen von Projekten zermartern und die Köpfe heiss diskutieren, Sorgen und Nöte und auch Wünsche äussern, wollen eine Umsetzung Ihrer Ideen.
Dass dabei nicht alles umgesetzt werden kann, liegt in der Natur der Sache, aber dass eben nicht immer nur die für die Stadt profitabelste Lösung zur Anwendung finden kann, wenn es Widerstand gibt, sollte auch klar sein.

Wer seine Bürger beteiligen möchte, der macht es ganz oder gar nicht.
Nicht nur alle zwei Jahre. Nicht nur das umsetzen, was einem selbst in den Kram passt.
Nicht nur anhören ohne Konsequenzen daraus zu ziehen.
Und bitte auch keinen Populismus kurz vor der Kommunalwahl 2014

Ein Potpourri an verschiedenen mobilen Verkaufsständen haben wir in Münster.

Egal ob Feldküche, Fahrrad-Café oder Wurst vom Leezengrill und anderen, alle würden gerne Ihre Produkte zum Kunden fahren und anbieten.
Derweil geniessen sie aber alle Asyl auf Privatgrund im Südviertel.

Keineswegs erfolglos werden Suppe, Cappuccino, Bratwurst, Spargel & Co dort angepriesen, aber dem ursprünglichem Sinn des mobilen Verkaufsstandes entspricht das nur im weitesten Sinne.

Aus eigenem Interesse, und nicht etwa von einem der Betroffenen dazu angeregt, haben wir erneut den Bürgermeister mit einer Anfrage genervt.

Wir wollten das Verbot mobiler Verkaufsstände auflockern lassen und schlugen vor ein begrenztes Kontingent an Konzessionen zu erteilen.

Hier in Auszügen die Antwort vom Oberbürgermeister, Markus Lewe:

für Ihre Anregung bedanke ich mich herzlich. Grundsätzlich begrüße ich Ihre Idee, Münster noch offener und bunter zu machen. Eine Aufhebung des Verbots mobiler Verkaufsstände ist aber meiner Ansicht nach nicht der richtige Weg dorthin.
 [...]
Der Handel über einen mobilen Verkaufsstand ist eine erlaubnispflichtige Sondernutzung. Grundlage dafür sind das Straßen- und Wegegesetz Nordrhein-Westfalen [...] in Verbindung mit der Satzung der Stadt Münster über Sondernutzungen an öffentlichen Straßen [...]. 

Mit der Frage, ob mobile Verkaufsstände auf Münsters Straßen erlaubt werden sollten oder nicht, stehen wir vor einem recht klassischen Problem des Straßenrechts. Denn an dieser Stelle treffen private und auch wirtschaftliche Interessen auf die sogenannten öffentlichen Belange. Zu Letzteren zählen neben einer störungsfreien Nutzung der Straßen durch die Allgemeinheit auch die Interessen der Stadtbildpflege und des Denkmalschutzes sowie die Erhaltung und der Schutz der Straßensubstanz. Darüber hinaus ist sicherlich zu bedenken, dass besonders die öffentlichen Straßen [...] nicht nur dem klassischen Verkehr im engen Sinne dienen, sondern für die Bürgerinnen und Bürger auch Orte der Begegnung und Kommunikation sind. 

Die Wahrung der öffentlichen Belange ist die Aufgabe der Stadtverwaltung Münster. Verkaufsstände – egal, ob in geschlossener Form oder als mobile Einrichtung – schränken diese öffentlichen Interessen ein, weil sie das Erscheinungsbild von Straßen, Plätzen oder auch einzelnen Gebäuden beeinträchtigen. Das kann besonders in Münsters historischer Altstadt zum Problem werden. Auf dem Prinzipalmarkt sind deshalb nur die zwei Blumenstände genehmigt worden – sie erinnern an die frühere Funktion des Prinzipalmarktes als Marktplatz und stehen somit in einem direkten historischen Kontext.

 Auch Ihrem Vorschlag, nur eine begrenzte Anzahl an Konzessionen auszustellen, können wir als Stadtverwaltung aus den genannten Gründen nicht nachkommen.

 Die oben genannten Rechtsgrundlagen finden Sie übrigens auch im Straßen- und Wegegesetz NRW [...] und in der Satzung der Stadt Münster [...]

 Mit freundlichen Grüßen

Markus Lewe”

Die Antwort ist eindeutig, aber es reicht uns eigentlich nicht auf alte Bestimmungen und Satzungen verwiesen zu werden. Diese wollten wir ja lockern lassen.
Es ist kein Ansatz erkennbar, hier einen neuen Weg beschreiten zu wollen oder im öffentlichen Diskurs zu suchen.
In anderen Städten ist es doch auch möglich und ob zwei Blumenstände jetzt den Prinzipalmarkt in seiner historischen Funktion unterstreichen, sei dahingestellt.
Wir bleiben am Ball :)
Zur vollständigen Antwort auf der direktzu Markus Lewe Plattform geht es HIER.

Oberbürgermeister Lewe hat auf unsere Forderung nach einer allgemeinen Ratsresolution gegen Gewalt auf der direktzu Plattform geantwortet.

Zitat Oberbürgermeister Lewe:

“Auch ich beobachte mit Sorge, dass es in Münster leider immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen gegen Personen und Dinge kommt. Das ist schlimm. Es hat in der Vergangenheit auch bereits Anregungen dazu gegeben – zum Beispiel die, einen stadtweiten „Runden Tisch gegen Gewalt“ einzurichten. Prinzipiell finde ich diese Überlegungen richtig, allerdings hat die Verwaltung – und diese Ansicht ist meines Erachtens nach wie vor zutreffend – in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Arbeitskreise und Maßnahmen immer dann am effektivsten sind, wenn sie sich beispielsweise auf einen bestimmten Stadtteil oder einen speziellen Anlass beziehen. So wie bei dem Fußballspiel Preußen Münster gegen VfL Osnabrück, das Ende Februar bei uns in Münster stattgefunden hat: Vorab habe ich gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück und den beiden Vereinspräsidenten von Preußen in einem Pressegespräch dazu aufgerufen, bei allem sportlichen Wettstreit fair und friedlich miteinander umzugehen.

Ich bin davon überzeugt, dass solche Aufrufe, Aktionen und Maßnahmen im konkreten Einzelfall besser dazu geeignet sind, ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen, als eine allgemeine Resolution des Rates. Auch bei der Ratsresolution gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten am 3. März haben die Ratsfrauen und –herren den konkreten Anlass genutzt, um den friedlichen und gewaltlosen Protest gegen diesen Aufmarsch zu verdeutlichen.
Sowohl beim Fußballspiel als auch beim Nazi-Aufmarsch ist die öffentliche Aufmerksamkeit (und auch die Aufmerksamkeit der Medien) für dieses Thema meines Erachtens größer als bei einer einmalig beschlossenen Resolution.

Wenn es die entsprechenden Anlässe gibt, werde ich mich daher selbstverständlich auch weiterhin eindeutig gegen Gewalt jedweder Form aussprechen!

Ihnen nochmals herzlichen Dank für Ihre Anregung!

Mit freundlichen Grüßen
Markus Lewe”

Fazit:
Die Antwort des Oberbürgermeisters war gut aber vorhersehbar. Dennoch hätte ich mir gewünscht dass jemand das Zepter in die Hand nimmt und Vorbilder aus der Stadtprominenz im Kampf gegen Gewalt in unserer Stadt generiert.

Nun denn, packen wir es weiterhin selber an ;)

Weiterführende Links zum Thema:

- Antwort von Oberbürgermeister Lewe auf der direktzu Plattform

Schlägereien, Flaschen werfen, Steine schmeissen, Vandalismus.

Schaut man in die Lokalmedien, so vergeht kaum eine Woche, an der die Gewalt unter den Mitmenschen in der Stadt nicht eskalierte oder in der keine Autospiegel, Bushaltestellen oder Schaufenster zerstört wurden.

Ob bei Demonstrationen zu Gewalt aufgerufen wird, oder Kontrahenten bei der Parkplatzsuche aneinander geraten,
Massenschlägerei vor der Disko am Wochenende, oder häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder in den eigenen vier Wänden.
Gewalt ist in Münster allgegenwärtig  und die Bereitschaft bei Lapalien schon die Hand ausrutschen zu lassen, steigt immer mehr.

Im Vorfeld der Demonstration von Münsters Nationalen Sozialisten hat sich der Rat der Stadt Münster geschlossen gezeigt und eine Resolution gegen Rechtsextremismus verabschiedet.

Das ist lobenswert, unserer Meinung nach aber zu einseitig!

Wir haben daher über die direktzu Plattform dem Oberbürgermeister die Frage gestellt, ob er
zusammen mit dem Stadtrat eine Initiative für Münster auf den Weg bringt, in der sich die
Stadt gegen Gewalt – jeglicher Art – ausspricht.

Es werden allerdings nur Fragen an den Oberbürgermeister weitergeleitet, die genügend Fürsprecher finden.
Daher würden wir uns sehr freuen, wenn Ihr uns unterstützt und unter der Anfrage, die Ihr hier lesen könnt, nach Eingabe des Codes, “dafür stimmen” anklickt.

Über die Antwort des Oberbürgermeisters halten wir euch dann auch hier und in den sozialen Netzwerken auf dem laufenden.

Links:
Anfrage an den Oberbürgermeister Markus Lewe für eine Resolution und Initiative gegen Gewalt in Münster

Nennt mich pedantisch, kleinlich, überheblich oder bekloppt, aber folgende Kritik möchte ich gerne einmal loswerden.
Vielleicht denkt der eine oder andere ja ähnlich.

Bekommt Ihr doch vermutlich auch? Jeden Mittwoch und Sonntag die kostenlosen Zeitschriften, wie kaufen & sparen, Hallo Münster, und dergleichen.

Ich habe mich heute einmal hingesetzt und das gesamte Papieraufkommen, das ich nicht bestellt habe, aber entsorgen muss, einmal gezählt.
Genauer gesagt habe ich jede einzelne Seite gezählt, die mir  da ungewünscht in den Briefkasten geworfen wird, obwohl ich dort einen Aufkleber “Keine Werbung und Wochenblätter” kleben habe.

Das Ergebnis:
257 Seiten komprimierte Werbung, die mir heute ins Haus flatterten!
Für heute sah das so aus:

Aufgeschlüsselt waren das für diesen Sonntag bei der:

kaufen & sparen
112 Seiten (56 Blatt Papier) bei einer Auflage von 123.056 Stück im Stadtgebiet von Münster.

und bei der Hallo Münster
145 Seiten (73 Blatt Papier) bei einer Auflage von 121.827 im Stadtgebiet von Münster.

Insgesamt also 257 Seiten (129 Blatt Papier) nur heute, in diesem Haushalt.

Multipliziert mit der jeweiligen Auflage der Zeitung sind dies
bei der kaufen & sparen ungefähr
~6.891.136 Blatt Papier (13.782.272 Seiten) im Stadtgebiet, Sonntag für Sonntag.

und bei der Hallo Münster Sonntag ungefähr
~8.893.371 Blatt Papier (17.786.742 Seiten) im Stadtgebiet. Sonntag für Sonntag.

Das sind für diesen und jeden anderen Sonntag jeweils ~15.784.507 Blatt Papier (31.569.014 Seiten) in Münsters Haushalten.
Die Mittwochsausgaben noch nicht einmal dazugerechnet!

Also egal ob jemand diese geballte Ladung Werbung lesen will, sofern man hier überhaupt von lesen sprechen kann, oder nicht – Die Auflage wird gedruckt und verteilt.
Also wird auch der Rohstoff Papier, Druckfarben, Energie für den Druck und die Auslieferung, etc, für diese Menge aufgewendet.

Ironischerweise macht die Hallo Münster heute mit der Schlagzeile
“Was für ein Müll!” auf:

Den Informationsgehalt dieser Wochenblätter kann man kaum gegenrechnen, da die Inhalte oft unter der Woche schon in Tageszeitungen der Westfälischen Nachrichten vom Aschendorff Verlag und der Münsterschen Zeitung vom Medienhaus Lensing, erschienen sind.
Zumal es diese Informationsinhalte eh schon im World Wide Web  gibt.

Werbung mag ja, sowohl für die werbenden Unternehmen als auch für die Verlage, wichtig sein, aber im 21. Jahrhundert, wo es Apps und Webangebote für alles gibt, finde ich diese nervende und Ressourcenverschwendende Werbeart überflüssig.

Also habe ich eine Eingabe an unseren Bürgermeister gemacht.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr diese weiterreichen und unterstützen würdet, damit wir eine Antwort bekommen.

EDIT 06.04. 2011 Mein Schreiben bei direktzu -> Markus Lewe wurde als Top Beitrag gewertet und befindet sich bereits beim Oberbürgermeister zur Beantwortung.
Vielen Dank für eure Unterstützung!

Zu finden ist diese Anfrage hier:

http://direktzu.stadt-muenster.de/lewe/messages/31943