Mit ‘Bürgerbeteiligung’ getaggte Artikel

Gut ein halbes Jahr nach Beginn des Bürgerbeteiligungsprozesses rund um die Umnutzung der York Kaserne in Münsters Stadtteil Gremmendorf,
lud die Stadt heute zum dritten Forum in die Räumlichkeiten der Westfalenfleiß GmbH am Kesslerweg.

Perspektivplan York

Vor vollem Saal mit rund 300 interessierten Zuhörern eröffnete Oberbürgermeister Lewe den anwesenden Gästen den Perspektivplan zur Konversion der ehemaligen britischen Kaserne, in ein zivil genutztes Gelände.
Hervor geht der Perspektivplan aus dem Zusammenspiel von Stadtverwaltung, Stadtplanungsamt und Bürgerschaft, die sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung in eigens angebotenen Workshops zu vier Themengebieten zusammenfanden und Ergebnisse ausarbeiteten.
Der Feinschliff erfolgte in den darauffolgenden Wochen hinter den Kulissen, nicht ohne eine Planungskommission mit einbezogen zu haben.
Das Ergebnis präsentierte sich heute bei der ausführlichen Vorstellung durch Herrn Faltin vom Planungsbüro Faltin+Sattler FSW Düsseldorf GmbH, das Koordinator dieses Planungsprozesses ist.

Nach einer Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse und einem Blick auf weitere Konversionsflächen in Münster erläutere Herr Faltin den Perspektivplan anhand der projizierten Skizzen,
die allerdings in keinster Weise abschliessend und verbindlich zeigen, wie das 50 Hektar große Gelände einmal bebaut werden wird.
Es ist lediglich ein Entwurf, der aber später zusammen mit den Ergebnissen der Workshops für das städtebauliche Planungsverfahren als Vorgabe bei einer Ausschreibung dienen wird.

Dieser Entwurf unterteilt das Areal von Norden nach Süden in acht verschiedene Segmente:
A) Das nördliche Baufeld mit einem Mix aus Wohnen und Dienstleistung
B) Der Platz für Gremmendorf als neuer Treffpunkt/Festplatz
C) Das neue Ortszentrum mit verschiedenen Handelsangeboten und integrierten Wohnflächen
D) Die lineare Promenade – Integration der alten Einkaufsmeile Gremmendorfs in das neue Stadtviertelzentrum
E) Der innere Nord-Süd Grünzug als grüne Freifläche mit Stellplatzoption
F) Der grüne Anger als grüne Vorzone und Verbindungselement von Alt- und Neu-Gremmendorf
G) Der Baumhof als Entree zu einer Dienstleistungszone mit Kinder- & Jugendeinrichtungen, Service- & Dienstleistungsangeboten.
H) Das Impulsareal rund um das alte Offizierskasino soll als Motor zum schnellen Aufleben des York Quartiers mit Bürgerhaus, Gastronomie und Kultur dienen

Der Westen des  Geländes soll für Baufelder für Wohneinheiten dienen, die die vorhandene Gebäudestruktur durchsetzen und verdichten.
Eine neue Anbindung West<->Ost, soll durch das Quartier führen und umliegende Gebiete anbinden um Anliegern einen Zugang zu schaffen, ohne gleichzeitig Durchgangsverkehr zu ermöglichen.
Auch an die Busverbindung wurde hierbei gedacht.

Der Nord-Süd Grünzug im Westen soll erhalten bleiben, allerdings können die ehemaligen Sportanlagen dort nicht verwendet werden.  Man müsste sie erneuern, was entsprechend neue Auflagen bei Lärmschutz und Freiflächen mit sich brächte und in jetziger Nähe zu umliegenden Wohnbebauungen nicht umzusetzen ist.
Wie sich im Verlauf der anschliessenden Diskussion mit dem Publikum zeigen sollte, scheint hier mitunter der größte Dissens der Gremmendorfer mit dem vorliegenden Entwurf zu liegen.
Ebenfalls viele unterschiedliche Meinungen waren über den Umgang mit dem Albersloher Weg zu vernehmen.

So endete der Abend relativ offen, ohne definitive Ergebnisse. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Bürgerinnen und Bürger aber wieder mit in die Planung einbezogen werden, endeten Herr Faltin, Stadtdirektor Schultheiß und Oberbürgermeister Lewe die Infoveranstaltung.
Hier wird selbstverständlich über den Weitergang der Konversionsplanung berichtet.
Stay tuned!

Weiterführende Links:

- Stadt Münster - Konversion York-Kaserne
- BImA Konversion Münster

Vom frühen Samstag Vormittag bis zum späten Nachmittag setzten sich rund 100 Münsteranerinnen und Münsteraner mit Experten von Stadt und externen Projektteams zusammen um sich in vier Gruppen mit der Zukunft der ehemaligen York-Kaserne in Gremmendorf zu befassen, die seit letztem Jahr leer steht.

Nach dem Auftaktforum “Impulse” am 22. November 2012 konnten sich interessierte Bürger für vier Workshops anmelden, die sich mit der Konversionsplanung in vier Themenbereichen beschäftigen sollen.
Das geschah offenbar mit regem Interesse, sodass die verfügbaren Plätze sogar noch einmal nachnominiert wurden um allen Interessenten, die größtenteils aus Gremmendorf, wie auch teilweise aus dem übrigen Stadtgebiet kommen, einen Platz zuweisen zu können.

Mit einer Ortsbesichtigung begann der Tag um 9 Uhr , bei der sich die vier Gruppen mit Ihren Projektleitern das ehemalige Kasernengelände unter dem jeweiligen Aspekt Ihres Gruppenthemas anschauten.
Während die einen sich die vorhandene Infrastruktur ansahen, schwärmten andere in die Grünflächen aus und wieder andere schauten sich die Verbindung zum vorhandenen Stadtteil und Verkehrswege an.
Im Anschluss an die Begehung, fand man sich in den Räumen der Westfalenfleiss GmbH ein um voneinander getrennt die Gruppenarbeit zu beginnen.

Team 1 unter Leitung der Projektplanung von Jörg Faltin, dem Städtebauexperte von Faltin+Sattler aus Düsseldorf widmete sich dem Thema Stadtgestalt & Wohnen.
Wie kann das vorhandene Gelände genutzt werden, wie kann dort später das Wohnen und Leben aussehen, welche Flächen sind sinnvoll, wie kann eine Verknüpfung mit dem jetzigen Stadtbild erfolgen, waren Dinge mit dem sich das Team ebenso auseinander setzte, wie mit dem Erhalt des alten Baumbestandes auf dem Areal.

Das zweite Team Freiraum & Naherholung, unter der Leitung von Thomas Fenner, dem Freiraumexperten der FSWLA Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf, schaute sich das vorhandene Gelände an, um mögliche Naherholungs- und Freiräume in dem 50 Hektar großen Areal zu finden und sinnvoll einzubinden. Ebenso galt es Wege zu vorhandenen Erholungsgebieten im Stadtgebiet deutlich zu machen und Wege zu schaffen. Kanal, Werse und Waldgebiete in der Umgebung waren ein Augenmerk.

Die Aufgabe vom dritten Team, Zentrum & Vielfalt, dass von Einzelhandelsexperte Dr. Haensch von der CIMA GmbH aus Köln geleitet wurde, war es eine Nahversorgung mit Einzelhandel unter Berücksichtung der jetzigen vorhandenen Struktur auf das ehemalige Militärgelände zu bringen ohne einen lebenswerten Charakter des Konversionsgeländes zu zerstören. Daneben wurde ermittelt welchen Bedarf es noch in dem entstehenden neuen Gebiet geben wird, Stadtteil- &, Gemeindeleben, Ärzteversorgung, Veranstaltungsräume sollen zusätzlich eine Vielfalt abdecken und die verschiedenen Altersgruppen verbinden.

Mobilität & Vernetzung war das Thema der vierten Gruppe rund um Dr. Kloppe, Verkehrsexperte von Lindschulte & Kloppe Ingenieurgesellschaft aus Düsseldorf.
Wie kann das vorhandene Stadtviertel mit dem hinzukommenden Areal der York Kaserne zusammengeführt werden, wie kann der Albersloher Weg als Barriere überwunden werden und die existierende Einkaufsmeile entlang des Albersloher Weges integriert werden.

Aber auch nördlich, südlich und westlich will eine Verbindung mit den jetzigen Wohn- und Gewerbegebieten geschaffen werden. Auch hier gab es konstruktiven Ideenaustausch und Planungsansätze in der Gruppe.


In der Gruppenarbeit, die von einer kommunikativen Mittagspause unterbrochen war, herrschte ein reger Austausch und kontroverse Diskussionen und letzten Endes wurde zu Papier getragen worauf man sich in den Gruppen verständigen konnte.
Die vielen Bewohnergruppen der Stadt und auch ehemaliges britisches Militärpersonal, dass Münster treu geblieben ist, konnte Ihre Erfahrungen einbringen um Bedürfnisse und Anforderungen zu formulieren, die bei der Konversion eine große Rolle spielen. Durch ein gemischtes Generationenverhältnis in den Gruppen wurde auch hier ein breites Spektrum an Ideen und Zielen berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Gruppen wurden einander abschliessend vorgetragen und erstaunlicherweise waren trotz Gruppenaufteilung viele Aspekte in den verschiedenen Gruppen ähnlich.
So fanden sich gruppenübergreifend oftmals gleiche Ansätze von Verkehrsanbindungen Anklang und auch Schaffung von Räumen für Stadtteilleben, Erholung und Nahversorgung sowie die Schaffung eines Marktplatzes und die Erhaltung einiger alter Gebäude und insbesondere der alten Offiziersmesse waren in den unterschiedlichen Konzepten ähnlich wiederzufinden.
Begrifflichkeiten wie “York-Platz” und “Englischer Garten” fanden den Weg in die Abschlussvorstellung.
Auch war man mehrheitlich der Meinung dass ein Stadtbereichsversorgungszentrum eher im Norden anzusiedeln wäre, während Leben und Wohnen sich eher um den alten Exerzierplatz konzentrieren solle.
Dieser wird wohl in seiner jetzigen Größe keine Zukunft haben und sich Raum mit anderem teilen müssen.
Konkrete Ergebnisse gibt es aber nicht, denn man muss den ganzen Prozess zusammenhängend sehen, in denen die Öffentlichkeit in den Foren wiederum Einfluss hat und auch die Stadt Ihre Planungshoheitlichen Ziele umgesetzt sehen will.

Die jetzigen Ausarbeitungen werden zusammengeführt und demnächst als Dokumentation online gestellt werden.
Am 14. März werden im 2. Forum unter dem Titel “Ideen” diese Ausarbeitungen der Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Kurz darauf, am 16. März fliessen diese Diskussionsergebnisse im 2. ganztägigen Workshop mit dem Titel “Konkretisierung”, in dem auch städtebauliche Planungsziele für die Empfehlungskommission formuliert werden müssen, in die vier Gruppen ein.

Das abschliessende 3. Forum mit dem Titel “Perspektive”, findet dann nach der fachlichen Ausarbeitung der Projektbüros und der Stadtplanung am 22. Mai, wieder  in den Räumen der Westfalenfleiss GmbH, für die Öffenlichkeit statt. Die Abendveranstaltung bietet der Bürgerschaft und der Empfehlungskommission wiederum Gelegenheiten zum Austausch mit den Workshop-Teilnehmern und Moderatoren.

Weiterführende Links:

- Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung & Verkehrsplanung
- Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Auch wenn die Stadt Münster sich derzeit mit einer neuen Broschüre zur Bürgerbeteiligung brüstet, so sind in Wirklichkeit so manche Türen eher geschlossen als geöffnet worden, durch die Bürger gehen konnten, um sich zu engagieren.

Der Bürgerhaushalt, prominentestes Beispiel, wird fortan nur noch alle zwei Jahre durchgeführt und sorgte auch 2012 durch die hohe Anzahl an abgelehnten Vorschlägen für Verdruss in der Bürgerschaft.
Ulrich Klose hat es auf seiner Webseite sehr schön aufgedröselt: Ganze 58% der  Top 50 Vorschläge blieb der Weg in die Durchsetzung verwehrt, weil sie von der Politik abgelehnt wurden.
Ein weiterer hoher Anteil sei schon in Umsetzung, was sich bei den meisten Vorschlägen aber darauf begrenzte, in irgendeinen Planungsprozess für den Sankt Nimmerleinstag aufgenommen zu werden.

Kein direktzu® Markus Lewe mehr

Klangheimlich endete das Projekt der direktzu® Plattform des Oberbürgermeisters.
Gut zweieinhalb Jahre gab der Oberbürgermeister den Bürgern die Chance Fragen an Ihn über diese Plattform zu stellen und durch eine Bewertung gewichten zu lassen um letztendlich zur Beantwortung durchgelassen zu werden.
Auch wir haben diese Möglichkeit mehrmals genutzt und fanden die Abstimmungsmöglichkeit als gute Möglichkeit Spreu vom Weizen bei den gestellten Fragen trennen zu können.

Projekt eingestellt

Nun wurde das Projekt ohne weitere Nachricht beendet. Die beantworteten Fragen bleiben zur Einsicht online.
Für weitere Kommunikationsmöglichkeiten wird auf  ”Online Kommunikationskanäle und E-Government-Dienste” verwiesen.
Wir wandten uns über den ominösen “Online Kommunikationskanal an das Büro des Oberbürgermeisters”, und wollten Wissen weshalb das Projekt nicht weitergeführt wird,
erhielten aber weder eine Eingangsbestätigung unserer Nachricht, noch bis heute eine Antwort.
Das klappt also schon mal nicht.
Kein Wort dazu vom Oberbürgermeister, keine Stellungnahme vom Projektbetreiber direktzu®.
Auch hier ist man uns eine Antwort auf unsere Anfrage schuldig.

Kein Einzelfall

Egal ob man sich als Münsteraner Bürger per Mail an Planungsamt, Tiefbauamt, Umweltamt oder sonstige Dienststelle wendet, eine Antwort lässt meist auf sich warten.
Die städtischen Ämter fühlen sich nicht verpflichtet eine Rückmeldung abzugeben, fühlen sich vielleicht sogar vom Informationsbedarf der Bürger gestört.
Sehr schlechte Vorzeichen, wenn man sich als Stadt mit Bürgerbeteiligung und dem Draht zur Bürgerschaft brüstet.

Nix Neues

Was bleibt ist nichts, was es nicht vorher schon gegeben hätte.
Bürgerentscheide, Bürgerbeteiligung nach Gemeindeordnung NRW, Informationsmöglichkeit zur Einsicht in städtische Bauplanungsvorhaben, Einspruchs- und Beschwerderechte, der Weg über Bezirksvertretungen und Parteien.
Sie sind aber allesamt mit einem Ritt durch den Fristen- & Paragraphendschungel einhergehend und bei weitem nicht für jeden Einwohner leicht verständlich.
Das Ratsinformationssystem ist immer noch unübersichtlich und verwirrend, beim Amtsblatt sieht es nicht anders aus.
Zumal beim letzteren die digitale Verteilung noch nie 100% funktioniert hat.
Diese wichtigen Informationssysteme der Stadt sind voll von Paragraphen, Aktenzeichen, Behördendeutsch und Abkürzungen, dass es selbst dem engagiertesten Bürger die Lust verdirbt sich hier durchzuwühlen.

Es entsteht der Eindruck, dass der Begriff Bürgerbeteiligung oft nur für selbstdarstellerisches herhält um den Eindruck zu erwecken man bezöge den Bürger in die städtehoheitlichen Aufgaben mit ein.
Dass dem leider nicht so ist, sieht am am besten am Planungsvorhaben rund um das Hafencenter Münster.
Hier wurden Bürger einbezogen und angehört um letzten Endes doch die Basta!-Politik durchzuziehen, die das Projekt so umgesetzt sehen will wie es den Projektleitern und Architekten gefällt, nicht aber den Anwohnern.
Es gab große Kritik.

Richtige Bürgerbeteiligung sieht anders aus

Die Bürgerinnen und Bürger, die sich beteiligen, Ihre Köpfe über Umsetzungen von Projekten zermartern und die Köpfe heiss diskutieren, Sorgen und Nöte und auch Wünsche äussern, wollen eine Umsetzung Ihrer Ideen.
Dass dabei nicht alles umgesetzt werden kann, liegt in der Natur der Sache, aber dass eben nicht immer nur die für die Stadt profitabelste Lösung zur Anwendung finden kann, wenn es Widerstand gibt, sollte auch klar sein.

Wer seine Bürger beteiligen möchte, der macht es ganz oder gar nicht.
Nicht nur alle zwei Jahre. Nicht nur das umsetzen, was einem selbst in den Kram passt.
Nicht nur anhören ohne Konsequenzen daraus zu ziehen.
Und bitte auch keinen Populismus kurz vor der Kommunalwahl 2014

Im Anschluss an den Besichtigungstermin der York-Kaserne, an dem über 700 interessierte Bürgerinnen und Bürger Münsters teilnahmen, war die Öffentlichkeit zum ersten von drei Foren zum Umnutzungsprozess im Südosten Münsters eingeladen.

Bürgerforum 1

In den Räumlichkeiten der Westfalenfleiss GmbH begrüsste Oberbürgermeister Lewe gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner die rund 350 anwesenden Bürgerinnen und Bürger und erläuterte die besonderen Herausforderungen und Chancen, die Münster mit der Konversion der ehemaligen Kaserne in ein zivil genutztes Areal bevorstehen.

Christian Schowe, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung der Stadt Münster stellte nachfolgend den Planungsweg im Dialog mit den Bürgern dar. Er gab sein Wort für eine transparente Planung und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an diesem großen städtbaulichen Projekt der kommenden Jahrzehnte.
Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass es keine Lösung geben werden könne, die es allen Beteiligten recht mache. Es wird ein Kompromiss gefunden werden müssen, der allen in die Konversion einbezogenen Parteien etwas abverlangen werde.
Dazu wird die Stadt Münster ebenso gehören, wie jeder einzelne Bürger.

Jörg Faltin der Faltin+Sattler FSW Düsseldorf GmbH stellte sich als Moderator des Dialogverfahrens vor, durch dass er und sein Unternehmen den Planungs- und Beteiligungsprozess der Konversion York-Kaserne, in Verbindung mit Workshop-Veranstaltungen führen werden.

Im Rahmen dieses Dialoges stellten Thomas Leugner für den Gewerbeverein Gremmendorf/Angelmodde und Richard Kretschmann für den Arbeitskreis Gremmendorf/Angelmodde Ihre Wünsche und Anliegen für eine Stärkung des jetzigen Einzelhandels und Einkaufsangebotes, sowie für die Positionierung einer besonderen Wohnatmosphäre in der zukünftigen neuen Gartenstadt im Grünen vor.

Anschliessend stellten sich die vier Teams vor, in denen die Themengebiete Stadtgestalt & Wohnen (Jörg Faltin, Städtebauexperte bei Faltin+Sattler, Düsseldorf), Freiraum & Naherholung (Thomas Fenner, Freiraumexperte bei FSWLA Landschaftsarchitekten, Düsseldorf), Zentrum & Vielfalt (Dr. Wolfgang Haensch, Einzelhandelsexperte bei CIMA GmbH, Köln), sowie Mobilität & Vernetzung (Dr. Uwe Kloppe, Verkehrsexperte bei Lindschulte & Kloppe Ingenieurgesellschaft/Düsseldorf)  in Zusammenarbeit mit den Bürgern in Workshops erarbeitet werden soll.

Die nachfolgende halbe Stunde ermöglichte es den anwesenden Bürgern sich mit den Experten auszutauschen, wobei es lediglich zu Wortmeldungen und Anregungen von Bürgern und Interessensgruppen kam.
Seien es kirchliche Vertreter, die bei der Umnutzung eine Rücksicht und sichtbaren Erhalt der Geschichte der ehemaligen Kasernengeländes forderten, oder ob es spezielle Interessensgruppen waren, die Ideen für die Verwirklichung besonderer Bauwünsche anbrachten.
Verwiesen wurde auf die Beteiligung der Bürger in den Arbeitsgruppen der oben genannten Teams,  die in weiteren Foren und Workshops bis Mai 2013 die Teilergebnisse erarbeiten sollen.

Abschliessend erläuterte Jan Eitel, Geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für urbane Projektentwicklung, seine Erfahrungen mit den von seiner Firma betreuten Konversionsprojekten, wie dem Petrisberg in Trier.

Wichtig mitzunehmen war für den einen oder anwesenden Forumsbesucher, dass die Konversion auch in York mit Sicherheit kein schn eller Umbau, sondern ein langer Prozess sein wird, bei dem es bis zum ersten Spatenstich vielleicht drei Jahre und zum Abschluss des Prozesses gute zehn Jahre dauern kann.
Mut machten die Projektergebnisse die Herr Eitel vorstellte und die Chancen auch für Münster verdeutlichten, bei manchem Forenbesucher auch die Ängste verfliegen liessen, dass in der Zukunft ein trister Militärcharakter bleibt der das neue Stadtviertelzentrum Gremmendorfs prägt.

Zeitplan der Konversionsplanung

Wie geht es weiter mit der Konversionsplanung in Sachen York-Kaserne?
- Am 2. Februar 2013 findet der erste von zwei Workshops statt. Arbeitstitel “Orientierung”
- Im März 2013 dann das zweite Forum. Überschrift “Ideen”
- April 2013 findet der zweite Workshop statt. Hier sollen die Planungen konkretisiert werden.
- Forum 3 gibt im Mai 2013 dann die Perspektiven wieder.

Noch bis zum 18. Dezember 2012 können die Bürgerinnen und Bürger Münsters sich noch für die Arbeitsgruppen anmelden, in denen mit den Experten Visionen und Vorstellungen vom Wohnen, Arbeiten, Leben und Verkehr für das neue Quartier erarbeitet werden sollen
Es stehen zur Auswahl:

-Arbeitsgruppe 1: Stadtgestalt und Wohnen
-Arbeitsgruppe 2: Freiraum und Naherholung
-Arbeitsgruppe 3: Zentrum und Vielfalt
-Arbeitsgruppe 4: Mobilität und Vernetzung

Weitere Informationen und Anmeldung zu den Arbeitsgruppen unter DIESEM Link

Eine Ära ist zu Ende.

75 Jahre nach Fertigstellung als deutsche Luftwaffen-Nachrichtenkaserne im Jahre 1937, sind die 50 Hektar des nach dem zweiten Weltkrieg von der britischen Rheinarmee übernommenen und in York-Kaserne umbenannten Geländes jetzt verlassen.

Warnschild Militärischer Sicherheitsbereich

Die Soldaten sind weg, die Tore sind zu, die Schilder sind ab – einzig Sicherheitsdienst und Objektschutz patroulieren auf dem Gelände, um das Areal vor ungebetenen Gästen zu schützen.
Damit macht die Britische Armee den Weg frei für die Konversion Gremmendorfs in eine Gartenstadt im Grünen.

Den Stadtteil trifft diese Entscheidung hart, denn ein dreiviertel Jahrhundert hat man hier mit und von den stationierten Soldaten gelebt.
Die hier stationierten Briten waren gut integriert und pflegten eine gute Nachbarschaft mit Grillfesten und Garagenflohmärkten ebenso, wie sie die hiesige Infrastruktur, öffentlichen Nahverkehr und Geschäfte zur Selbstversorgung nutzten.
Verlassene britische Wohnstraße in Gremmendorf Verschlossener Naafi Shop
All das fällt jetzt auf einmal weg. Bürger und Einzelhandel in Gremmendorf zeigen sich besorgt und ängstlich ob der Zukunft Ihres Stadtteils.

Wohnraum für Studenten

Bis zur endgültigen Umwandlung des Kasernengeländes in ein neues Stadtteilzentrum Gremmendorfs mit Wohnraum, Grün- und Gewerbeflächen, mögen noch einige Jahre vergehen.
Die Stadtverwaltung hat jetzt mit der Planung der Umnutzung des ehemaligen Kasernengeländes begonnen, die eine zwischenzeitliche Nutzung der vorhandenen Gebäude zur teilweisen Deckung des hohen Wohnbedarfs für Studenten auf dem überlaufenen Wohnungsmarkt in Münster vorgesehen.
Aber das wird nur einem Tropfen auf den heissen Stein gleichkommen.
Alter Kraftstoffbunker der York Kaserne
Der doppelte Abi-Jahrgang 2013, das abgerissene Studentenwohnheim an der Boeselagerstraße, überquellende Flüchtlingsheime, ein Fehlbestand von über 17.000 Sozialwohnungen und ein kurz vor der Konsolidierung stehender Haushalt der Stadt lassen den Wohnungsmarkt in Münster beinahe kollabieren.
Auch der Appell von Stadt Münster, Universität und den Fachhochschulen an die Einwohner Münsters Wohnraum bereitzustellen, ist nur ein kläglicher Versuch der Situation Herr zu werden.
Der AStA hat mit der Online-Plattform “Das Brett” eine Anlaufstelle für alle Studierenden der Uni und der Fachhochschulen in Münster geschaffen.

Zukunft Gremmendorfs?

Gremmendorf  wird kein Studentenviertel. Dafür liegt es zu weit fernab der Fachschaften und bietet auch zu wenig Freizeit- und Veranstaltungsraum.
Die Konversion wird zur Folge haben, dass sich langfristig auch der Wohnraum in Gremmendorf verdichtet. Die Planungen der Stadtverwaltung haben gezeigt, dass einige der großzügigen alten Wohnstandorte der Briten dem Bagger zum Opfer fallen – zugunsten von modernen Gebäuden auf kleineren Parzellen.
Der Einzelhandel wird sich an die neuen Umstände gewöhnen und anpassen müssen.
Auch der Verkehr wird zunehmen.
Seitlicher Kasernenzugang York Kaserne Zufahrtsweg zum ehemaligen Naafi Shop
Durch die Nachverdichtung in fast allen Stadtteilen Münsters und Zunahme der Einwohnerzahl, wird auch der Verkehr langfristig zunehmen, wie bereits eine Studie im Rahmen der Verkehrsuntersuchung zum Masterplan Stadthafen offenbarte.
Der Albersloher Weg soll, wo er derzeit noch zweispurig ist, auf drei Spuren erweitert werden.
Hierzu werden bereits je sieben Meter Grundstück der Anlieger aufgekauft, wie ich in Gesprächen mit Anwohnern in Erfahrung bringen konnte.

Bürgerbeteiligung

Die städtebauliche Perspektivplanung für das Kasernengelände sieht, wie schon bei den 18 ehemaligen Wohnstandorten der Briten, eine Beteiligung der Bürger vor.
In Workshops und Bürgerforen sollen Münsters Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche und Ideen für eine zukünftige Nutzung der Kaserne einzubringen und so aktiv am Konversionsprozess teilzunehmen.

Verschlossene Zufahrt der ehemaligen York Kaserne

Am 29. November 2012 wird es hierzu um 18:30 Uhr in den Räumen der Westfalenfleiß GmbH, am Kesslerweg 38-42,  eine Auftaktveranstaltung geben, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind.
Hier sollen vorab die Ziele und Grundlagen der städtebaulichen Perspektivplanung vorgestellt werden. Fachleute sollen auftretende Fragen beantworten.

Kasernenbesichtigung

Bereits von 11 bis 16:30 Uhr öffnen sich am selben Tag die Kasernentore für die  Öffentlichkeit, für die sie bislang ein dreiviertel Jahrhundert verschlossen blieben.
Hier wird allen interessierten Münsteranerinnen und Münsteranern die erstmalige Gelegenheit gegeben, sich einen Eindruck von der weitläufigen Anlage mit ihrem großen Exerzierplatz und den historischen Kasernengebäuden zu verschaffen.

Kein Ende in Sicht

In gut einem Jahr wiederholt sich das Spiel. Dann werden die britischen Streitkräfte auch Münsters Stadtteil Gievenbeck verlassen und aus der Oxford Kaserne abrücken und eine weitere Ära beenden.
Ebenso plant die Bundeswehr plant im Rahmen einer Reform ihr Personal in der Stadt um fast 40%  zu reduzieren.
Zwei Bundeswehrkasernen sollen hier bis 2018 geschlossen werden. Schon 2014 soll das Kreiswehrersatzamt aufgegeben werden. Konversion ist in Münster noch lange ein großes Thema, dass eine nachhaltige Veränderung des Stadtbilds mit sich bringen wird.
Die Münsteraner und Münsteranerinnen sollten sich aktiv in diesen Prozess einbringen, um bei der Gestaltung unserer Stadt mitzuwirken um ihren Flair zu bewahren.

Den abziehenden Angehörigen der British Forces Germany, die in Gremmendorf nicht nur lange Jahre ihren Dienst versahen, sondern auch Tür an Tür mit uns lebten und zu denen sich manche Freundschaft entwickelte, ein freundliches “Farewell! And thank you for everything!

Weiterführende Links:

- Infoseite der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Konversion in Münster
- Münster-Tagebuch Artikel “Gartenstadt im Grünen”
- Infoseite Amt für Stadtplanung der Stadt Münster zum Thema Konversion

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