Archiv für die Kategorie ‘Geschichte’

Gut ein halbes Jahr nach Beginn des Bürgerbeteiligungsprozesses rund um die Umnutzung der York Kaserne in Münsters Stadtteil Gremmendorf,
lud die Stadt heute zum dritten Forum in die Räumlichkeiten der Westfalenfleiß GmbH am Kesslerweg.

Perspektivplan York

Vor vollem Saal mit rund 300 interessierten Zuhörern eröffnete Oberbürgermeister Lewe den anwesenden Gästen den Perspektivplan zur Konversion der ehemaligen britischen Kaserne, in ein zivil genutztes Gelände.
Hervor geht der Perspektivplan aus dem Zusammenspiel von Stadtverwaltung, Stadtplanungsamt und Bürgerschaft, die sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung in eigens angebotenen Workshops zu vier Themengebieten zusammenfanden und Ergebnisse ausarbeiteten.
Der Feinschliff erfolgte in den darauffolgenden Wochen hinter den Kulissen, nicht ohne eine Planungskommission mit einbezogen zu haben.
Das Ergebnis präsentierte sich heute bei der ausführlichen Vorstellung durch Herrn Faltin vom Planungsbüro Faltin+Sattler FSW Düsseldorf GmbH, das Koordinator dieses Planungsprozesses ist.

Nach einer Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse und einem Blick auf weitere Konversionsflächen in Münster erläutere Herr Faltin den Perspektivplan anhand der projizierten Skizzen,
die allerdings in keinster Weise abschliessend und verbindlich zeigen, wie das 50 Hektar große Gelände einmal bebaut werden wird.
Es ist lediglich ein Entwurf, der aber später zusammen mit den Ergebnissen der Workshops für das städtebauliche Planungsverfahren als Vorgabe bei einer Ausschreibung dienen wird.

Dieser Entwurf unterteilt das Areal von Norden nach Süden in acht verschiedene Segmente:
A) Das nördliche Baufeld mit einem Mix aus Wohnen und Dienstleistung
B) Der Platz für Gremmendorf als neuer Treffpunkt/Festplatz
C) Das neue Ortszentrum mit verschiedenen Handelsangeboten und integrierten Wohnflächen
D) Die lineare Promenade – Integration der alten Einkaufsmeile Gremmendorfs in das neue Stadtviertelzentrum
E) Der innere Nord-Süd Grünzug als grüne Freifläche mit Stellplatzoption
F) Der grüne Anger als grüne Vorzone und Verbindungselement von Alt- und Neu-Gremmendorf
G) Der Baumhof als Entree zu einer Dienstleistungszone mit Kinder- & Jugendeinrichtungen, Service- & Dienstleistungsangeboten.
H) Das Impulsareal rund um das alte Offizierskasino soll als Motor zum schnellen Aufleben des York Quartiers mit Bürgerhaus, Gastronomie und Kultur dienen

Der Westen des  Geländes soll für Baufelder für Wohneinheiten dienen, die die vorhandene Gebäudestruktur durchsetzen und verdichten.
Eine neue Anbindung West<->Ost, soll durch das Quartier führen und umliegende Gebiete anbinden um Anliegern einen Zugang zu schaffen, ohne gleichzeitig Durchgangsverkehr zu ermöglichen.
Auch an die Busverbindung wurde hierbei gedacht.

Der Nord-Süd Grünzug im Westen soll erhalten bleiben, allerdings können die ehemaligen Sportanlagen dort nicht verwendet werden.  Man müsste sie erneuern, was entsprechend neue Auflagen bei Lärmschutz und Freiflächen mit sich brächte und in jetziger Nähe zu umliegenden Wohnbebauungen nicht umzusetzen ist.
Wie sich im Verlauf der anschliessenden Diskussion mit dem Publikum zeigen sollte, scheint hier mitunter der größte Dissens der Gremmendorfer mit dem vorliegenden Entwurf zu liegen.
Ebenfalls viele unterschiedliche Meinungen waren über den Umgang mit dem Albersloher Weg zu vernehmen.

So endete der Abend relativ offen, ohne definitive Ergebnisse. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Bürgerinnen und Bürger aber wieder mit in die Planung einbezogen werden, endeten Herr Faltin, Stadtdirektor Schultheiß und Oberbürgermeister Lewe die Infoveranstaltung.
Hier wird selbstverständlich über den Weitergang der Konversionsplanung berichtet.
Stay tuned!

Weiterführende Links:

- Stadt Münster - Konversion York-Kaserne
- BImA Konversion Münster

Was August 1974 als Aussenstelle des niederländischen Dolfinariums Harderwijk gegründet wurde,
findet nach über 38  Jahren als Delphinarium in Münster ein Ende.

Am kommenden Sonntag, den 6. Januar 2013, Anfang 2013 heisst es Abschied nehmen
von den drei Großen Tümmlern Nando, Palawas und Rocco, die dann zum letzten Mal in Münster öffentlich Ihre Bahn ziehen werden.
Am 4. Januar korrigierte der Allwetterzoo seine ursprüngliche Meldung das Delphinarium zum Ende der Weihnachtsferien zu schließen. Jetzt lautet es auf den Webseiten des Zoos, dass es irgenwann “Anfang 2013″ soweit sei.
Bis dahin werden die drei Delfine “während der Vorführungen immer mal wieder zu sehen sein.

Euphorie trotz Ungewissheit?

All zu euphorisch feiern die Tierschutzorganisation Peta, sowie das Wal- und das Delfinschutz-Forum die Schliessung des münsterschen Delfinariums als einen weiteren Erfolg. Setzen sie sich doch für den Boykott von Delfinshows in viel zu flachen und engen Betonbecken ein und wenden sich nun den beiden letzten verbleibenden Delfinarien in Deutschland – Duisburg und Nürnberg – zu.
Jedes geschlossene Delfinarien reduziert, nach ihren Angaben, die gezielten und nicht nachhaltigen Nachzuchten sowie Wildfänge.

Doch wie kann man sich als Tierschützer über das Aus des münsterschen Delfinariums freuen, wenn die Zukunft der drei Delfine noch völlig unbekannt ist?
Sowohl Allwetterzoo, als auch das Umweltamt als zuständige Behörde machen ein Geheimnis daraus, was mit den Tieren nach der Schliessung geschieht.
Da entsprechende Anfragen für eine Weitergabe an eine andere Einrichtung in Deutschland nicht vorliegen und Dokumente für eine Ausfuhr aus der Europäischen Union nicht beantragt wurden, geht man von Seiten der Tierschützer davon aus, dass Nando, Palawas und Rocco an ein anderes europäisches Delfinarium abgegeben werden.
Was hat sich dann für die drei Tiere geändert? Nichts.

Das ist die Kritik, die ich daran äussere – Der Teilerfolg der Schliessung auf Kosten der Tiere, denn diese werden jetzt einen unnatürlichen Transport in ihr neues Zuhause auf sich nehmen und Ihre gewohnte Umgebung und Pflegepersonal aufgeben müssen.
Und das in Zeiten wo durch Ölkatastrophen mit hunderten von Millionen Litern Öl unzählige in der natürlichen Wildbahn lebende Delfine sterben, qualvoll verenden oder sogar sinnlos erschossen werden.
Hier wäre mehr Aufmerksamkeit und Protest, der in Deutschland kurz nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko schon wieder abebbte, vonnöten.

Glücklicherweise sehen andere das ähnlich.

Allwetterzoo beugt sich Druck trotz Einhaltung der Richtlinien

Der Allwetterzoo, der sich seit 2008 unter immer stärker werdender Kritik des in die Jahre gekommenen Delphinariums sah, hätte Kosten von über 20 Millionen Euro für einen Umbau anstrengen müssen.
Auch wenn der 18 Jahre in Münster lebende und hier 2009 altersbedingt verstorbene südamerikanische Delfin Paco mit 40 Jahren ein Rekordalter erzielte, nahmen die Proteste gegen die Haltung in Münster bis zuletzt zu.
Zoochef Jörg Adler gab dem Druck 2010 schliesslich nach und verkündete das Aus des Delfinariums für 2012.

Dabei war das Delphinarium in Münster nach eigenen Angaben Mitbegründer und Mitglied zahlreicher Tierschutzorganisationen und übertraf die EU-Richtlinien der Zootierhaltung.

Selbstansicht des Delphinarium

Nach Angaben von Zoochef Jörg Adler entspreche die Haltung aber, trotz Einhaltung der Vorschriften, nicht mehr dem Zeitgeist.

Aus Delphinarium wird Robbenhaven

Laut Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wurde am 04. Januar 2013 einem Journalisten auf Anfrage mitgeteilt daß, das Delfinarium wegen eines Transfers dermünsterschen Delfine mit Portugal in Verbindung stehe.
Dafür kämen laut WDSF der Zoo Jardim Zoologico in Lissabon,  oder das Zoomarine Algarve bei Guia  in Frage.
Im Laufe des Jahres wird das dann ehemalige Delphinarium verschönert und zum “Robbenhaven” umgebaut, wo es dann mehrmals täglich Vorführungen mit den kalifornischen Seelöwen geben soll.

Ob der Protest dann abebbt bleibt abzuwarten, zumindest für den Transport der Delfine ist mit Protesten durch Tierschützer zu rechnen.

Bis zum 6. Januar 2013 geht noch die erfolgreiche Aktion “Pay what you want!” des Allwetterzoos, bei der die Besucher den Eintrittspreis selber festlegen können. Letzte Noch eine Chance Nando, Palawas und Rocco noch einmal in Münster in Aktion zu erleben.

Edit:
Am 05. Februar 2013 sind die drei Delfine nach Harderwijk verlegt worden und wohlbehalten angekommen.
Das Delphinarium im Allwetterzoo heisst fortan Robbenhaven.

Weiterführende Links:

- Allwetterzoo Münster
- Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)
- PETA
- Zoofans.de

Die York Kaserne in Gremmendorf wurde erst kürzlich von den dort stationierten britischen Streitkräften verlassen.
Sie machten damit den Weg frei für die Konversion in ein zivil genutztes Gelände, dass die Stadt gerne als neues Stadtviertelzentrum von Gremmendorf sehen möchte.

Heute bekam die Öffentlichkeit die Gelegenheit das weitläufige Gelände zu besichtigen und einen kleinen Teil der darauf befindlichen Gebäude von innen zu erkunden.

Bereits im letzten Jahren äusserten Anwohner scherzhaft den Wunsch, nach dem Abzug der Briten das Gelände wieder friedlich “zurückzuerobern”.
Und so kamen heute viele Besucher, die sich für die Geschichte und den kommenden großen Schritt der städtebaulichen Veränderung in Münster interessierten und brachten ziviles Leben auf das ehemals militärische Areal.

Nach dem Gang durch das große Eingangstor am Albersloher Weg präsentiert sich vor einem der Blick auf das nüchterne 50 Hektar große Gelände mit seinen typischen Kasernen-Installationen.
Mannschaftsunterkünfte, Hallen und Bürogebäude stammen teils noch aus der Zeit von 1935 bis 1937, als die Kaserne als deutsche Luftwaffennachrichtenkaserne errichtet wurde.

Aber auch morderne Gebäude , die erst nach 2000 gebaut wurden, fnden sich rund um den ehemaligen Exerzierplatz und dienten noch vor gar nicht all zu langer Zeit als Unterkunft der britischen Soldaten.

Im hinteren Bereich der Kaserne finden sich die technischen Einrichtungen, unzählige Garagen und Werkstätten, ein Jugendzentrum, ein Lazarett und ein Kindergarten.
Lediglich zwei Gebäude durften auch von innen besichtigt werden – die Kirche und das ehemalige Gebäude der Militärpolizei.

Wieviel von den Gebäuden erhalten bleibt, ist abzuwarten. Heute Abend laden Oberbürgermeister Lewe und die Stadtverwaltung, sowie die Bundesanstalt für Immobilien ein sich über die Pläne und Vorhaben zu infomieren und sich in die Planung unter dem Mantel der Bürgerbeteiligung einzubringen.

140 Bilder fasst die umfangreiche Bilderstrecke von meinem heutigen Besuch der York Kaserne, die in einigen Jahren Ihr jetziges Gesicht abgelegt haben wird.

Weiterführende Links:

- Planungen für das Areal der York-Kaserne: Bürgerbeteiligung

Eine Ära ist zu Ende.

75 Jahre nach Fertigstellung als deutsche Luftwaffen-Nachrichtenkaserne im Jahre 1937, sind die 50 Hektar des nach dem zweiten Weltkrieg von der britischen Rheinarmee übernommenen und in York-Kaserne umbenannten Geländes jetzt verlassen.

Warnschild Militärischer Sicherheitsbereich

Die Soldaten sind weg, die Tore sind zu, die Schilder sind ab – einzig Sicherheitsdienst und Objektschutz patroulieren auf dem Gelände, um das Areal vor ungebetenen Gästen zu schützen.
Damit macht die Britische Armee den Weg frei für die Konversion Gremmendorfs in eine Gartenstadt im Grünen.

Den Stadtteil trifft diese Entscheidung hart, denn ein dreiviertel Jahrhundert hat man hier mit und von den stationierten Soldaten gelebt.
Die hier stationierten Briten waren gut integriert und pflegten eine gute Nachbarschaft mit Grillfesten und Garagenflohmärkten ebenso, wie sie die hiesige Infrastruktur, öffentlichen Nahverkehr und Geschäfte zur Selbstversorgung nutzten.
Verlassene britische Wohnstraße in Gremmendorf Verschlossener Naafi Shop
All das fällt jetzt auf einmal weg. Bürger und Einzelhandel in Gremmendorf zeigen sich besorgt und ängstlich ob der Zukunft Ihres Stadtteils.

Wohnraum für Studenten

Bis zur endgültigen Umwandlung des Kasernengeländes in ein neues Stadtteilzentrum Gremmendorfs mit Wohnraum, Grün- und Gewerbeflächen, mögen noch einige Jahre vergehen.
Die Stadtverwaltung hat jetzt mit der Planung der Umnutzung des ehemaligen Kasernengeländes begonnen, die eine zwischenzeitliche Nutzung der vorhandenen Gebäude zur teilweisen Deckung des hohen Wohnbedarfs für Studenten auf dem überlaufenen Wohnungsmarkt in Münster vorgesehen.
Aber das wird nur einem Tropfen auf den heissen Stein gleichkommen.
Alter Kraftstoffbunker der York Kaserne
Der doppelte Abi-Jahrgang 2013, das abgerissene Studentenwohnheim an der Boeselagerstraße, überquellende Flüchtlingsheime, ein Fehlbestand von über 17.000 Sozialwohnungen und ein kurz vor der Konsolidierung stehender Haushalt der Stadt lassen den Wohnungsmarkt in Münster beinahe kollabieren.
Auch der Appell von Stadt Münster, Universität und den Fachhochschulen an die Einwohner Münsters Wohnraum bereitzustellen, ist nur ein kläglicher Versuch der Situation Herr zu werden.
Der AStA hat mit der Online-Plattform “Das Brett” eine Anlaufstelle für alle Studierenden der Uni und der Fachhochschulen in Münster geschaffen.

Zukunft Gremmendorfs?

Gremmendorf  wird kein Studentenviertel. Dafür liegt es zu weit fernab der Fachschaften und bietet auch zu wenig Freizeit- und Veranstaltungsraum.
Die Konversion wird zur Folge haben, dass sich langfristig auch der Wohnraum in Gremmendorf verdichtet. Die Planungen der Stadtverwaltung haben gezeigt, dass einige der großzügigen alten Wohnstandorte der Briten dem Bagger zum Opfer fallen – zugunsten von modernen Gebäuden auf kleineren Parzellen.
Der Einzelhandel wird sich an die neuen Umstände gewöhnen und anpassen müssen.
Auch der Verkehr wird zunehmen.
Seitlicher Kasernenzugang York Kaserne Zufahrtsweg zum ehemaligen Naafi Shop
Durch die Nachverdichtung in fast allen Stadtteilen Münsters und Zunahme der Einwohnerzahl, wird auch der Verkehr langfristig zunehmen, wie bereits eine Studie im Rahmen der Verkehrsuntersuchung zum Masterplan Stadthafen offenbarte.
Der Albersloher Weg soll, wo er derzeit noch zweispurig ist, auf drei Spuren erweitert werden.
Hierzu werden bereits je sieben Meter Grundstück der Anlieger aufgekauft, wie ich in Gesprächen mit Anwohnern in Erfahrung bringen konnte.

Bürgerbeteiligung

Die städtebauliche Perspektivplanung für das Kasernengelände sieht, wie schon bei den 18 ehemaligen Wohnstandorten der Briten, eine Beteiligung der Bürger vor.
In Workshops und Bürgerforen sollen Münsters Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche und Ideen für eine zukünftige Nutzung der Kaserne einzubringen und so aktiv am Konversionsprozess teilzunehmen.

Verschlossene Zufahrt der ehemaligen York Kaserne

Am 29. November 2012 wird es hierzu um 18:30 Uhr in den Räumen der Westfalenfleiß GmbH, am Kesslerweg 38-42,  eine Auftaktveranstaltung geben, zu der alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind.
Hier sollen vorab die Ziele und Grundlagen der städtebaulichen Perspektivplanung vorgestellt werden. Fachleute sollen auftretende Fragen beantworten.

Kasernenbesichtigung

Bereits von 11 bis 16:30 Uhr öffnen sich am selben Tag die Kasernentore für die  Öffentlichkeit, für die sie bislang ein dreiviertel Jahrhundert verschlossen blieben.
Hier wird allen interessierten Münsteranerinnen und Münsteranern die erstmalige Gelegenheit gegeben, sich einen Eindruck von der weitläufigen Anlage mit ihrem großen Exerzierplatz und den historischen Kasernengebäuden zu verschaffen.

Kein Ende in Sicht

In gut einem Jahr wiederholt sich das Spiel. Dann werden die britischen Streitkräfte auch Münsters Stadtteil Gievenbeck verlassen und aus der Oxford Kaserne abrücken und eine weitere Ära beenden.
Ebenso plant die Bundeswehr plant im Rahmen einer Reform ihr Personal in der Stadt um fast 40%  zu reduzieren.
Zwei Bundeswehrkasernen sollen hier bis 2018 geschlossen werden. Schon 2014 soll das Kreiswehrersatzamt aufgegeben werden. Konversion ist in Münster noch lange ein großes Thema, dass eine nachhaltige Veränderung des Stadtbilds mit sich bringen wird.
Die Münsteraner und Münsteranerinnen sollten sich aktiv in diesen Prozess einbringen, um bei der Gestaltung unserer Stadt mitzuwirken um ihren Flair zu bewahren.

Den abziehenden Angehörigen der British Forces Germany, die in Gremmendorf nicht nur lange Jahre ihren Dienst versahen, sondern auch Tür an Tür mit uns lebten und zu denen sich manche Freundschaft entwickelte, ein freundliches “Farewell! And thank you for everything!

Weiterführende Links:

- Infoseite der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Konversion in Münster
- Münster-Tagebuch Artikel “Gartenstadt im Grünen”
- Infoseite Amt für Stadtplanung der Stadt Münster zum Thema Konversion

Bilderstrecke:

Eigentlich sollte sie schon zur Montgolfiade im Mai 1987, zum 15. Geburtstag des Flughafen Münster/Osnabrück kommen.
Doch -münstertypisch- andauerndes Regenwetter machten eine Landung unmöglich und zusätzliche Streiks verhinderten letztendlich das Vorhaben.
So verschob man dieses Event auf September und dann kam sie wirklich – die Concorde der Airline British Airways.

Concorde startet am FMO - Foto: Moritz Riemer / Quelle: PlanePictures.Net

Am Sonntag, den 27. September 1987 traf der leere Überschallflieger mit der Flugnummer BA 9033C aus London Heathrow, genau um 11.45 Uhr ein und landete nach einem lauten und imposanten Überflug.
Linienbetrieb mit Düsenfliegern gab es am Flughafen Münster/Osnabrück damals erst seit drei Jahren.

Rund 40.000 Menschen kamen also an jenem Tag, um den neuen Meilenstein der Luftfahrt auf seiner Werbetour durch Europa zu bestaunen – was zu kilometerlangen Staus rund um den Flughafen und ebenso langen Schlangen parkender Autos entlang der Hüttruper Heide führte.

Concorde am FMO Zeitungsartikel I Concorde am FMO Zeitungsartikel I

Zwischen 14 und 16 Uhr führte die Concorde dann für 97 zahlende Gäste einen Rundflug mit zweifacher Überschallgeschwindigkeit über der Nordsee durch. Um 17:30 Uhr ging es als Flug Nummer BA 9032 wieder zurück nach London Heathrow.
Für 1988 war zwar ein weiterer Sonderflug zum mittlerweile internationalen Flughafen FMO geplant, aber auch dieser kam wieder aufgrund des Regenwetters nicht zustande. Somit gab es nur einen einzigen Besuch einer Concorde im Münsterland.

Mit der Einstufung des FMO zum internationalen Verkehrsflughafen endete die Ära Montgolfiade am Flughafen Münster/Osnabrück.
13 Jahre später kam es zum verheerenden Flugunglück der Concorde in Frankreich, bei dem 113 Menschen ihr Leben liessen.
Trotz Überarbeitung und Wiederaufnahme der kommerziellen Flüge endete weitere drei Jahre später mit dem Projekt Concorde, auch die Ära der zivilen Überschallflugzeuge.

Exakt dieselbe Concorde mit der Kennung G-BOAF, die heute vor genau 25 Jahren über das Münsterland flog, absolvierte am 26. November 2003 den allerletzten Flug einer Concorde überhaupt, von London-Heathrow ins Luftfahrt-Museum am Hauptsitz des Herstellers British Aerospace in Filton, wo man sie bis zum Herbst 2010 besichtigen konnte.
Derzeit wird die Maschine überholt und soll in Zukunft in einem von Airbus neu erstellten Museum am Standort Filton ausgestellt werden.

Concorde am FMO - Foto: Moritz Riemer / Quelle: PlanePictures.Net

Einige Daten zur “Concorde von Münster/Osnabrück”:

Registrierung: G-BOAF
Hersteller Seriennummer: 100-016
Jungfernflug: 20. April 1979 von Filton, England
Auslieferung an British Airways: 9. Juni 1980
Letzter Flug: 26. November 2003 von London Heathrow nach Filton, England (letzter Flug einer Concorde überhaupt)
Ausmusterung: 4. Mai 2004
Flugstunden:  18.257
Landungen: 6.045
Überschallflüge: 5.639

Weiterführende Links:

- Concorde at Filton Museum

Vielen Dank an Detlef Döbberthin, Manager Aviation Marketing am Flughafen Münster/Osnabrück, für die Bereitstellung der Informationen und Zeitungsartikel, sowie an Moritz Riemer für die Bereitstellung seiner Bilder von Flugzeugbilder.de